Meine Sicht auf Lean

Lean* ist für mich nicht nur eine Sammlung an Werkzeugen, sondern eine Art zu denken, eine Einstellung zum Leben.


Quelle für das heutige Lean-Verständnis ist Toyota. Toyota verfolgt die Philosophie „Customer first“ (der Kunde kommt zuerst) und strebt danach, attraktive Produkte und Service-Dienstleistungen zu bieten, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen (Toyota 2018: 9).

Toyota hat auch verstanden, dass alle Aktivitäten der Mitarbeiter ihren Beitrag in Bezug auf den Kunden leisten „When carrying out our work, each of us should all be aware that our work is linked to all of the business activities of the company.“ (Toyota 2018: 9).

Leider genießt Lean nicht immer einen guten Ruf. "Lean = Mean" oder "Ein radikales Lean Management birgt jedoch auch Nachteile in sich. Viele Unternehmungen werden nicht nur schlank, sondern gar 'magersüchtig'." (Werner: 83) Die Tools im Lean wie z.B. Wertstromdesign, Just-in-Time (JIT), 5xWarum, 5S, 3A, u.v.m. (vgl. Bicheno; Holweg 2008) können gut erklärt und „verkauft“ werden. Die restliche Management-Philosophie wird bei der üblichen Anwendung leider nicht mit berücksichtigt.

Insbesondere die Verbesserungs- und Coaching-Kata von Toyota sind in völliger Übereinstimmung mit meinen persönlichen Werten. Lernen durfte ich dieses System von Gerardo Aulinger (2018) persönlich. Grundsatz dieser Philosophie ist eine Auseinandersetzung mit dem Ist-Stand und dem Ziel auf das man hin arbeitet (vgl. Ballé; Ballé 2009: 282, 302). Der Weg vom Ist zum Ziel ist unbekannt. Durch Experimente bewegt man sich aber immer näher an den Zielzustand heran. Dabei werden die Mitarbeiter eng eingebunden und in die Lage versetzt, oft und zeitnah Erfolgserlebnisse zu haben.

Ein weiterer Ansatz im Lean wurde durch Paul Akers (2019) populär gemacht. Mit seinem Ansatz von kleinen Verbesserungen jeden Tag (2 Seconds Lean), hat er die praktische Brille auf Lean angezogen und verbreitet mit viel Spaß und Enthusiasmus die Vorteile von Lean.


*Auf eine Unterscheidung von „Lean-Management“, „Lean-Thinking“, Lean-Production“, etc. wird an dieser Stelle verzichtet und als Zusammenfassung ausschließlich der Begriff „Lean“ verwendet, wie er von Jim Womack und Dan Jones erfunden wurde. (vgl. Womack; Jones; Roos 2007)


Quellen

  • Akers (2019): Books. URL: https://paulakers.net/books
  • Aulinger (2018): Die Kata. URL: http://verbesserungskata.de/
  • Ballé, Freddy; Ballé, Michael (2009): The Lean Manager, Cambridge: Lean Enterprise Institute.
  • Bicheno, John; Holweg, Matthias (2008): The Lean Toolbox: The Essential Guide to Lean Transformation. 4. Auflage. Buckingham: Picsie.
  • TOYOTA Motor Corporation (September 2018): Toyota Code Of Conduct. URL: https://global.toyota/en/company/vision-and-philosophy/code-of-conduct/
  • Womack, James P; Jones, Daniel T; Roos, Daniel (2007): The Machine That Changed the World : The Story of Lean Production. Auflage. New York: Free Press.  

 Letzte Änderung: 05.05.2019